Man geht mittlerweile davon aus, dass etwa 20 % der Menschen ein neurodiverses Gehirn haben, und sich im neurodiversen Spektrum befinden. ADHS und ASS können sehr unterschiedliche Ausprägungen haben.
Diese neurologische Vielfalt bringt großes Potenzial mit sich: Kreativität, besondere Wahrnehmungen, intensive Interessen, analytisches Denken oder hohe Empathie. Gleichzeitig entstehen oft erhebliche Herausforderungen – vor allem dort, wo Anpassung an eine überwiegend neurotypisch ausgerichtete Gesellschaft erwartet wird. Dieser Preis zahlen bisher fast immer die neurodiversen Menschen alleine. Sie bleiben dadurch oft weit unter ihren Möglichkeiten und werden trotz grösster Anstrengung oft negativ bewertet und ausgegrenzt.
Ein neurodivergentes Gehirn funktioniert nicht schlechter, sondern anders. Es ist vergleichbar mit verschiedenen Betriebssystemen, IPhone und Android Handy sind beide toll, sie können auch beide sehr viel. Nur wenn man mit der Vorstellung ein Android-Handy vor sich zu haben an ein IPhone geht, wird man auf grosse Herausforderungen stossen. Etwa so bewegen sich neurodiverse Menschen in unserer sehr stark auf neurotypische Werte ausgerichtete Gesellschaft.
Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeit, Reizfilterung, Emotionen und Energieverteilung können sich deutlich von neurotypischen Mustern unterscheiden. Das kann bedeuten, dass Dinge, die für andere selbstverständlich sind, viel Kraft kosten – während andere Aufgaben mit großer Leichtigkeit, Tiefe oder Begeisterung gelingen. Missverständnisse entstehen häufig dort, wo diese Unterschiede nicht erkannt oder falsch interpretiert werden.
ADHS- und ASS-Coaching setzt genau hier an. Im Mittelpunkt steht, das eigene neurodivergente Profil besser kennenzulernen, Stärken bewusst zu nutzen und individuelle Strategien für Alltag, Schule, Beruf und Beziehungen zu entwickeln. Statt pauschaler Lösungen geht es um passgenaue Unterstützung, die sich an der persönlichen Ausprägung, den Lebensumständen und den Bedürfnissen der jeweiligen Person orientiert.
ADHS und Autismus werden bei Frauen und Mädchen noch immer deutlich seltener erkannt. Viele lernen früh zu kompensieren oder zu maskieren, was zu einer hohen Rate an späten oder fehlenden Diagnosen führt. Hinzu kommt der Einfluss hormoneller Veränderungen: Zyklusbedingte Schwankungen, Schwangerschaft oder die Menopause können ADHS-Symptome deutlich verstärken. Gerade in der Menopause versagen häufig die vorher so gut funktionierenden Strategien, der Alltag wird kaum noch leistbar und viele Frauen werden erst da aufmerksam drauf, neurodivers zu sein. Diese Zusammenhänge werden im Coaching und in der Beratung bewusst mitgedacht, ich unterstütze Dich dabei, um Dich selbst besser zu verstehen und individuelle, lebensnahe Strategien zu entwickeln.
